Offener und sinnvoller Ansatz zur Kontrolle des Drohnenflugbetriebs in Europa

EASA proposal
  • SafeDrone by Lufthansa Technik

Die Anwendung von Drohnen nimmt stetig zu. Aus diesem Grund informieren wir Sie über aktuelle Meldungen und Bestimmungen, um Ihren Drohnenflugbetrieb möglichst sicher und professionell zu machen. Die EASA (European Aviation Safety Agency) hat kürzlich einen Vorschlag zur Regeländerung für die Regulierung von Drohneneinsätzen in Europa veröffentlicht. Der Vorschlag setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Teil A befasst sich mit Einzelheiten der Drohnennutzung und des Drohnenflugbetriebs, Teil B mit den Auswirkungen der vorgeschlagenen Bestimmungen auf den Drohnen-Markt.

Inhalt des Antrags

Der Antrag ist ein offener und sinnvoller Ansatz zur Kontrolle von Flugdrohnen, der jedoch den Fortschritt und die Innovation auf diesem Gebiet nicht behindern und das Marktwachstum nicht einschränken soll. Weitere Punkte sind Risiken für Menschen am Boden, Risiken für andere Flugzeuge, Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre. Außerdem trifft die EASA eine Unterscheidung zum „Spielzeug“-Markt, indem sie Drohnen mit weniger als 250 Gramm Gewicht von ihrem Vorschlag ausnimmt. Alle Objekte mit einem Gewicht zwischen dieser Minimalgrenze und 25 Kilogramm müssen durch ihre Betreiber registriert werden. Die hohen Sicherheitsstandards bei Modellflug-Vereinen finden ebenfalls Eingang in den Antrag und erlauben Ausnahmen von den vorgeschlagenen Regelungen.

Nationale Luftfahrtbehörden sollen die Freiheit erhalten, Kontrollzonen innerhalb der EASA-Mitgliedsstaaten festzulegen. Diese sollen entweder lokale Flugverbotszonen sein (z.B. Militärflughäfen oder sicherheitsrelevante Gebiete), oder Zonen in denen die Regeln gelockert sind, bzw. die von den Regelungen ausgenommen sind, wie z.B. bei Modellflug-Vereinen.

Der Antrag ist noch in Bearbeitung und alle interessierten Parteien sind eingeladen, ihn bis zum 15. September 2017 zu kommentieren: Der Vorschlag („Notice of Proposed Amendments“, NPA) wurde von Experten aus EASA-Mitgliedsstaaten, der UAS-Industrie und -Betreibern, Luftfahrtexperten und Repräsentanten von Modellflug-Verbänden gemeinsam erarbeitet.

Kategorisierung von Drohneneinsätzen

Im Antrag werden Drohneneinsätze in drei Kategorien eingeteilt: unspezifisch, spezifisch und zertifiziert.

Die Kategorien beschreiben den Einsatz von Drohnen im Hinblick auf unterschiedliche Aspekte wie Gewicht der Drohne, Komplexität des Einsatzes und Risiken für Menschen am Boden. Je komplizierter der Einsatz und je höher das Gewicht der Drohne, desto strenger sind die Regelungen, bis hin zur Verpflichtung zur Durchführung einer operativen Risikobewertung im Einzelfall.

Qualitätsstandards und Drohnenklassifizierung

Für Hersteller von Drohnen gelten die Europäische Einheitsregelung („Conformité européenne“, CE) als europaweit gültiger Minimalstandard sowie weitere technische Vorgaben für komplexe Einsätze. Zusätzlich soll ein Klassifizierungssystem für Drohnen implementiert werden (C0 bis C4), das für den Betreiber festlegt, wie und wo er seine Drohne einsetzen darf.

Weshalb sollte ich den Vorschlag zur Regeländerung lesen?

Die neuen Bestimmungen treten im kommenden Jahr in Kraft, und werden Einfluss auf Ihren Drohnenflugbetrieb haben. Der Vorschlag darf kommentiert werden, und diese Kommentierungen werden von der EASA bei der Erstellung des finalen Antrags berücksichtigt. Geben Sie jetzt Ihre Meinung ab.

Wieso betrifft mich das?

Derzeit ist die Regeländerung nur ein Vorschlag, trotzdem können die Änderungen Einfluss nehmen auf die Art der Drohne oder Ausrüstung, die Sie für Ihre Einsätze nutzen. Denken Sie jetzt schon an die Zukunft.

 

EASA proposal

Die NPA ist noch nicht angenommen worden, sondern bislang nur ein Vorschlag.
Die Bestimmungen der deutschen Luftfahrtbehörden gelten weiterhin innerhalb Deutschlands, bis die NPA akzeptiert wurde.