Die unbemannte Luftfahrt so sicher machen, wie die bemannte

  • © SESAR Joint Undertaking, 2017

Im Gegensatz zu Flugzeugen benötigen Drohnen keinen Flughafen um zu starten. Trotzdem und vor allem aufgrund der steigenden Anzahl von unbemannten Fluggeräten am Himmel muss der Luftverkehr geregelt werden. Da ist man sich nicht nur europaweit, sondern auch weltweit größtenteils einig. Denn egal ob beispielsweise in der Schweiz, Amerika oder Deutschland: Regelwerke gibt es in allen Ländern. Jedoch sind diese unterschiedlich restriktiv. Unabhängig davon möchten alle eine gemeinsame Herausforderung meistern: Einerseits Beinahe-Unfälle zwischen bemannter und unbemannter Luftfahrt vermeiden, andererseits die Weiterentwicklung von Drohnendiensten im bodennahen Luftraum ermöglichen.

 

Schrittweise den Luftraum sicherer machen

Ein gemeinsames Regelwerk ist sinnvoll, da es für einen einheitlichen sicheren Luftraum langfristig keine Lösung ist, die benötigten Maßnahmen landesweit unterschiedlich umzusetzen und zu regeln. Im Zuge dessen hat die Initiative SESAR ein Konzeptpapier entwickelt, welches im Juni veröffentlicht wurde. Mit einer schrittweisen Umsetzung soll damit die Sicherheit im bodennahen Luftraum bis zu einer Höhe von 150 Metern (U-Space) europaweit verbessert werden.

 

  • (zum vergrößern bitte anklicken)

Auch die Weiterentwicklung aufgrund der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung  wird entsprechend berücksichtigt. Das Konzept sieht vier Stufen vor, für die entsprechende Services und Leistungen nötig sein werden, um die Sicherheit des Luftraumes in den nächsten Jahren zu gewährleisten. Die benötigten Rahmenbedingungen werden aktuell von Arbeitsgruppen der Initiative SESAR definiert, mithilfe dessen die europäischen Länder die geforderten Maßnahmen umsetzen können.

U-Space 1 – Die Grundlage (Umsetzung bis 2019)
Dazu gehört die elektronische Registrierung, elektronische Identifizierung und Geofencing.

U-Space 2 – Initiale U-Space Leistungen
Unterstützung des Drohnenbetriebs und dessen Management. Das betrifft Flugplanung, Genehmigungen, Ortung, dynamische Luftrauminformationen und Schnittstellen mit der Flugverkehrskontrolle (ATC). 

U-Space 3 – Die Erweiterung
Unterstützung komplexer Operationen in zunehmend dichter beflogenem Luftraum. Dazu zählen Kapazitätsmanagement, zuverlässigere Kommunikationssysteme und Assistenz in der Konflikterkennung, beispielweise mittels automatisierter Ausweichsysteme (Detect and Avoid).

U-Space 4 – Umfassende U-Space Leistungen
Integrierte Schnittstellen mit der bemannten Luftfahrt, um in einem weiteren Schritt ein voll automatisiertes, digitales unbemanntes Flugverkehrs-Management zu haben, das mit der bemannten Flugverkehrskontrolle im Einklang ist.

 

Umsetzung am Beispiel Registrierungspflicht für Drohnen

Während in Deutschland unbemannte Fluggeräte mit mehr als 250 Gramm ab dem 01. Oktober 2017 lediglich mit Plaketten, die Name und Anschrift des Halters tragen, gekennzeichnet sein müssen, geht Großbritannien bereits jetzt schon einen Schritt weiter. Die britische Regierung will künftig eine Registrierungspflicht für alle Drohnen ab diesem Gewicht einführen. Damit ist das Vereinigte Königreich nicht das erste europäische Land, das schon jetzt das Thema Registrierungspflicht früher umsetzt, als von der EASA vorgesehen. In den Niederlanden beispielsweise müssen unbemannte Flugsysteme, die kommerziell genutzt werden, registriert sein.

Die Plakettenpflicht ist in Deutschland nur der erste Schritt. Auf der SafeDrone Plattform kann man jetzt schon auf freiwilliger Basis seine Drohne registrieren und neben der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnung eine erweiterte Plakette erhalten. Diese erweiterte und individuelle Kennung (D-xxx-xxx) für unbemannte Fluggeräte gleicht einem Autokennzeichen. „Indem wir unseren Nutzern sowohl eine Drohnenregistrierung als auch die Doppelplakette anbieten, möchten wir im Hinblick auf die kommende Gesetzgebung sowohl Drohnenbetreibern als auch offiziellen Stellen zeigen, wie eine einfache, effiziente und sichere Registrierung funktionieren kann. Derzeit planen wir, die Registrierung um digitale Bestandteile zu erweitern. Wir wären jederzeit bereit, diese Registrierung auch als offizielle Lösung anzubieten.“, erklärte Ulrich Hoffmann, Projektleiter von SafeDrone, innerhalb seines Vortrages zum Thema U-Space auf der Commercial UAV Expo in Brüssel im Juni 2017.

 

Weitere Fragen?

Weitere Informationen rund um U-Space, die Umsetzung von U2-U4 und die Vorbereitung zukünftiger Drohnenmissionen finden Sie im (englischen) Konzeptpapier hier.