Wie lassen sich Großereignisse und andere Veranstaltungen schützen?

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  • © SafeDrone by Lufthansa Technik

Sie sind seit vielen Jahren einer der ganz großen Trends unserer Zeit. Sie machen einmalig schöne und spektakuläre Luftaufnahmen. Und sie sind aus unserem Alltag und vielen industriellen Anwendungsfeldern nicht mehr wegzudenken. Doch wie schon bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien ist auch jetzt bei der 21. Fußball-WM in Russland nichts von ihnen zu sehen: Drohnen.

Russland hatte bereits im Vorfeld der WM dutzende Flugverbotszonen und andere Luftraumbeschränkungen für die kommenden Monate eingerichtet. Diese beschränken sich nicht nur auf die Stadien und Gastgeberstädte, sondern auch auf alle Hotels und Trainingsstätten der insgesamt 32 teilnehmenden Fußball-Nationalmannschaften. Und Drohnenflüge über der Hauptstadt Moskau sind und waren sogar dauerhaft verboten.

Mit dem Markt wächst auch die Gefahr

Der boomende Drohnenmarkt stellt aber nicht nur die Organisatoren von sportlichen Großereignissen, sondern auch viele Großunternehmen vor neue Herausforderungen. Denn Drohnen sind auch zu einer neuen potenziellen Gefahr geworden. Ob Industriespionage oder Sabotage, immer mehr Unternehmen wollen vor den drohenden Gefahren geschützt werden. Mit dem Markt für Drohnen wächst daher auch seit einiger Zeit der Markt für effektive Drohnenabwehr.

Mit Überflugverboten allein ist sogenannten unkooperativen Drohnen kaum beizukommen. Obwohl bestimmte kritische Infrastruktur, wie beispielsweise Flughäfen, Industrie- und Energieanlangen, Naturschutzgebiete, militärische Anlagen und große Menschenansammlungen in der Regel nicht oder nur eingeschränkt überflogen werden darf, kommt es immer wieder zu Vorfällen mit zum Teil hohem Gefährdungspotenzial.

Hightech-Sensoren zur Drohnendetektion

Die Industrie hat auf die Gefahren reagiert und verschiedene Drohnenabwehr-Systeme entwickelt. Dabei geht es vor allem um die rechtzeitige Detektion. So wurde beispielsweise mit dem neuesten Dronetracker ein System entwickelt, das Drohnen bereits in einer Entfernung von bis zu zwei Kilometer identifizieren kann. Die Informationen bezieht die selbstlernende Software des DroneTracker 3 aus einer eigenen DroneDNA Datenbank. Verschiedene Sensoren, Kameras, Radiofrequenz- und WLAN-Scanner liefern die notwendigen Daten. Dadurch können nahende Drohnen vom geschützten Standort aus detektiert, klassifiziert sowie deren Flugbahn und der Standort des Piloten bestimmt werden. Sobald eine Drohne erkannt ist, alarmiert die Software automatisch das Sicherheitspersonal, so dass Maßnahmen eingeleitet werden können.

Auch bei der Fußball-WM in Russland geht man vergleichbare Wege: Während es bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien noch darum ging, Drohnen einzusetzen, um Risiken frühzeitig zu erkennen, geht es bei der Fußball-WM in Russland vor allem um die Detektion und Abwehr von Drohnen. Die russischen Sicherheitsexperten setzen hierzu auf Anti-Drohnen-Systeme wie „Svet KU“ und „Zhitel“, um die Gastgeberstädte und Stadien zu schützen. Diese Systeme nutzen das elektromagnetische Spektrum und sollen nahende Drohnen mithilfe von Radio-, Infrarot- und Radarwellen erfassen.

Fly responsibly!