Fliegen bei unterschiedlichen Temperaturen und Wetterlagen

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Schaut man dieser Tage aus dem Fenster, sind in vielen Teilen Deutschlands Sonnenschein und nur wenige Wolken zu sehen. Prinzipiell sagt man: Gutes Wetter ist Flugwetter. Doch der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu, und mit dem Einzug von Herbst und Winter wird der Wind stärker. Nebel, Regen und Schnee prägen das tägliche Wetter. Bedeutet das auch, dass die Flugzeit für Drohnen vorbei ist? Schließlich bleibt bei besonderen Wetterlagen sogar das ein oder andere Flugzeug aus Sicherheitsgründen am Boden.

Je nach Wetter und Temperatur sind unterschiedliche Dinge für einen sicheren Flug zu beachten. Ferner ist es wichtig, die Betriebsgrenzen seines unbemannten Fluggeräts zu kennen und die persönlichen Flugfertigkeiten richtig einzuschätzen.

Sonne und Hitze

Gutes Wetter bedeutet wie gesagt auch Flugwetter. Ist es aber zu heiß, kann beispielsweise der Akku Schaden nehmen, wenn er über die angegebene maximale Betriebstemperatur erhitzt. Darüber hinaus beeinflusst die geringere Luftdichte, die aus einer hohen Umgebungstemperatur resultiert, den Auftrieb und begrenzt die Flugleistung. Faustregel der Luftfahrt, bezogen auf den Startplatz: „Hot and high“ ist nicht ideal für den Drohnenflug.

Starker und böiger Wind

Je stärker der Wind ist, umso schwieriger wird es für unerfahrene Steuerer, sicher zu fliegen. Mit wachsender Erfahrung und Fertigkeit ist das Fliegen bei Wind gut zu bewältigen. Anders sieht es bei böigem Wind aus. Dieser stellt auch für erfahrene Drohnenpiloten eine besondere Schwierigkeit dar, weil er durch seine wechselnden Windgeschwindigkeiten unberechenbar wird. Wettervorhersagen und Online-Wetterkarten machen auf böigen Wind aufmerksam.

Erscheint es auf freier Ebene nur wenig windig, kann auch konstante Windstärke zur Herausforderung werden, wenn man durch Schluchten oder an Gebäuden vorbei fliegt. Denn an Häuserfronten löst die Strömung ab und Verwirbelungen können entstehen. Zudem spielt auch der so genannte Venturi-Effekt eine maßgebliche Rolle. Das heißt, dass der Wind in Verengungen kanalisiert und beschleunigt wird. Für diese Situationen ist es wichtig, dass Sie Ihre Flugfertigkeiten richtig einschätzen.

Regen und Nebel

Auch wenn erste Hybriddrohnen entwickelt werden, die sowohl in der Luft fliegen, als auch im Wasser schwimmen können, sind unbemannte Fluggeräte recht wasserempfindlich. Das bedeutet zwar nicht, dass man beim ersten Tropfen direkt landen muss, trotzdem sollte man die Regenmenge im Auge behalten, damit die empfindliche Elektronik des Gerätes – vor allem bei Selbstbaudrohnen ohne Schutz – nicht langfristig geschädigt wird. Was viele nicht bedenken: Nicht nur das Fluggerät selbst ist vor Regen und Nässe zu schützen, auch bei der Fernsteuerung können Signalprobleme auftreten, tritt Wasser durch die Spalten der Steuerung. Im schlimmsten Falle führt dies zum Kontrollverlust und Absturz.

Zieht Nebel auf, sollte man nur weiterfliegen, wenn die Sicht noch ausreichend gegeben ist. Fliegt man durch Nebel hindurch, kann die Drohne auch nass werden, denn die Nebelnässe ist nichts anderes als Niederschlag.

Schnee und Kälte

Der von der Drohne erzeugte Abwind (engl. Downwash) kann besonders bei der Landung auf verschneitem Untergrund ein Sicherheitsrisiko darstellen. Zum einen wird die Sicht beeinträchtig, zum anderen kann Schnee auf die Drohne gelangen und der Elektronik schaden. Schließlich ist Schnee nichts anderes als gefrorene Wassertröpfchen und diese können beispielsweise an der Batterie einer Selbstbaudrohne oder am aufgeheizten Drohnengehäuse schmelzen. Bereiten Sie Ihren Start- bzw. Landeplatz für Missionen im Schnee entsprechend vor, um solche Risiken zu minimieren. Legen Sie beispielsweise eine Plane aus, die an den Seiten beschwert wurde, damit diese bei Start und Landung nicht wegweht, treten Sie den Schnee fest oder räumen diesen, wenn möglich.

Kühlere Temperaturen bringen Vor- und Nachteile für das Fliegen. Einerseits ist die Luftdichte höher, was sich positiv auf die aerodynamische Flugperformance auswirkt. Ist es aber zu kalt, kann die Kapazität des Akkus sinken, besonders wenn man diesen nicht vorwärmt. Außerdem besteht die Gefahr, dass Kunststoffteile schneller spröde werden und bei zukünftigen Belastungen spontan kaputt gehen.

Oft vergessen: Sonnenstürme

Nicht nur zu starker oder böiger Wind kann die Drohne vom Kurs abbringen oder sie schlecht steuerbar werden lassen. Auch magnetische Stürme beeinflussen den Flug: Starke Aktivitäten (KP Index > 4) können das GPS System stören oder zum Abbruch der Funkverbindung führen. Da Sonnenstürme nicht an eine Jahreszeit gebunden sind, sollte man sich vor jeder Mission darüber informieren, beispielsweise über https://www.uavforecast.com.