Drohne im Crashtest

Was passiert bei einem Zusammenstoß zwischen Mensch und Drohne? Wie hoch ist das Verletzungsrisiko und inwieweit kann es minimiert werden? Diese Fragen stellt sich aktuell ein Forschungsteam der amerikanischen Virginia Polytechnic Institute and State University. Mithilfe von Crashtest-Dummies simulieren und analysieren sie Kollisionen mit unterschiedlichen Drohnentypen. Auch die DEKRA hat kürzlich eine Versuchsreihe mit Drohnen unter zwei Kilogramm Gewicht durchgeführt.

Kontrollverlust kann gefährlich werden

Die Zahl der Videos über Bruchlandungen steigt und zeigt zugleich, wie gefährlich eine abstürzende Drohne werden kann. Selbst geübte Piloten sind machtlos, wenn beispielsweise der Akku mitten im Flug versagt, die Drohne von einer Windböe erwischt wird oder gar ein technischer Defekt vorliegt.

In Phase 1 fliegen die Forscher der Virginia Tech Drohnen in Test-Dummies hinein. Sensoren an Kopf und Nacken der Dummies messen die Wucht und die Auswirkungen des Zusammenpralls. In weiteren Tests werden die Verletzungsrisiken für den Fall analysiert, wenn eine Drohne senkrecht auf einen Kopf stürzt. Laut DEKRA Crashtest besteht generell eine hohe Verletzungsgefahr. Bei einem Zusammenstoß mit einem Kinder-Dummy beispielsweise, brach ein Propellerblatt ab und hinterließ eine tiefe Schnittwunde an der Hand.

Drohnen sicherer machen

Mithilfe zahlreicher Sensoren werden Verletzungsraten berechnet. So kann man feststellen, ob die Kollision eine Schädelfraktur, Hirn- oder Nackenverletzungen hervorruft. Die Versuchsergebnisse können für zukünftige Designs nützlich sein, um die Verletzungsgefahr zu minimieren oder als Bundes- und Industriestandards für Drohnenhersteller zu dienen. Das Forscherteam der Virginia Tech hat sich aber vor allem auf die Fahnen geschrieben, dafür zu sorgen, dass Flüge mit Drohnen über Menschenansammlungen erlaubt werden. Solche Flüge sind in Deutschland ohne Ausnahmegenehmigung verboten.

Das Labor der Virginia Tech ist bereits international anerkannt, beispielsweise zur Risikoeinschätzung beim Tragen von Football- und Hockeyhelmen, also inwieweit diese das Risiko einer Gehirnerschütterung bei Sportlern reduzieren. Nun weiten sie ihr Gebiet aus und möchten die Entwicklung sicherer Drohnentechnologien inspirieren. Geschlossene Rotoren, Stoßfänger und Airbags sind nur erste Überlegungen der Experten.

Unfälle vermeiden durch verantwortungsvollen Umgang

Je größer und schwerer die Drohne ist, umso größer kann die Verletzung oder der Schaden sein. Aber auch kleine Drohnen, die in Deutschland ohne gesonderte Qualifikation geflogen werden dürfen, bergen Risiken. Wer also ab dem ersten Start mit seiner Drohne langfristig sicher fliegen will, sollte sich mit den Vorschriften vertraut machen oder gar eine Flugschulung absolvieren. Dadurch lassen sich die Gefahren von Drohnenflügen besser einschätzen und Unfälle vermeiden.